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Strategie

Aufräumen für die Psyche – Ballast loslassen lernen

Der Beginn des Jahres wird meist dazu genutzt, alten Ballast loszulassen. Die Kleiderschränke werden entrümpelt, Ordner mit Unterlagen auf Vordermann gebracht oder endlich der Vorratsschrank ausgemistet. Aber warum tun wir das nicht auch mit unseren Gedanken?

Loslassen und sich von Ballast befreien gilt nicht nur für Dinge oder geliebte Menschen – manchmal müssen wir auch unsere Gedanken loslassen. Dies klingt zunächst nach einer schwierigen Herausforderung, denn gerade diese halten sich oft hartnäckig in unseren Köpfen. Um sich dieser Herausforderung zu stellen ist es wichtig, dass wir uns bewusst dafür Zeit nehmen, worüber wir immer und immer wieder nachdenken: Was sind Gedanken, die wir loslassen lernen müssen?

Haben wir jemanden verletzt oder sind von anderen verletzt worden? Haben wir ein schlechtes Gewissen? Haben wir jemanden verloren? Ärgern wir uns über Verhalten von anderen, das sich nie zu ändern scheint? Oder haben wir uns noch immer nicht um eine wichtige Erledigung gekümmert, obwohl wir es schon längst getan haben sollten? Haben wir vielleicht sogar Angst, jemanden zu verlieren oder einen neuen Lebensschritt zu wagen? Gedanken, die uns oftmals nicht zur Ruhe kommen lassen sind vielfältig. Sei es der Schmerz einer Trennung, die Trauer um einen geliebten Menschen, das Gefühl von Verletzung oder die Schuldgefühle gegenüber anderen. Sie kreisen immer weiter in unseren Köpfen, das zehrt an unserer Energie und raubt uns mitunter auch den Schlaf. Auch verpasste Chancen, denen wir nachhängen und die wir bereuen, erschüttertes Vertrauen in andere Menschen, das Gefühl von Ungerechtigkeit sowie Forderungen anderer an uns, die unerfüllbar scheinen, können uns dauerhaft im Kopf schwirren.

Auch wenn der Weg zum inneren Aufräumen schwierig sein mag – es kann befreiend sein, wenn man Ängste, negative Gedanken und auch Menschen loslassen kann. So können ein achtsamer Umgang mit sich selbst und ein bewusstes „in sich hinein hören“ dazu beitragen, mit belastenden Gedanken besser umzugehen sowie das eigene Selbstbewusstsein und insbesondere die innere Stärke zu aktivieren. All das kann wiederum ein gesteigertes Wohlbefinden unterstützen.<sub>1</sub>

Zeit für Veränderung: So räumen Sie innerlich auf

Ist der Wunsch zum inneren Aufräumen da, stellt sich meist die Frage: Loslassen ja, aber wie?! Um die eigenen Gedanken aufzuräumen und schließlich den Ballast, der sich in uns angesammelt hat abzuwerfen, sollten Sie schrittweise vorgehen.

Hier stellen wir Strategien vor, die Ihnen eine Hilfestellung geben sollen, Ihren emotionalen Ballast und einhergehende Gedanken loslassen können und Ihre innere Stärke zu aktivieren. Die Strategien sollen Ihnen die Möglichkeit bieten, besser mit kreisenden Gedanken umzugehen und den Dingen, die man nicht ändern kann, nicht so viel Energie zu widmen. Verarbeiten Sie eine Verletzung oder trauern Sie um einen geliebten Menschen, bedarf dies allerdings Zeit – hierfür gibt es keine allgemeingültige Lösung und es bleibt nur das Finden Ihrer ganz persönlichen Strategie.

  • Treffen Sie die Entscheidung für Ihr inneres Aufräumen ganz losgelöst! Hierbei kann es Ihnen auch helfen, Ihre Gedanken aufzuschreiben und sie so erst einmal zu ordnen.
  • Nein sagen ist vollkommen okay – lassen Sie die Angst los, andere zu enttäuschen.
  • Machen Sie sich frei von Schuldgefühlen! Hierbei ist es wichtig, offen mit anderen darüber zu sprechen, warum Sie sich schuldig fühlen.
  • Verzeihen Sie Menschen, die Sie enttäuscht oder verletzt haben – auch wenn es nicht leicht ist.
  • Seien Sie dankbar für das, was Sie in diesem Moment haben – Verpassten Gelegenheiten nachzutrauern wirft Sie nur zurück in die Spirale aus negativen Gedanken.
  • Akzeptieren, dass gewisse Dinge (oder auch Menschen) nicht zu ändern sind, kann ebenso helfen loszulassen.
  • Dinge loslassen bedeutet nicht, dass Sie in bestimmten Lebensbereichen versagt haben, sondern ist eine bewusste Entscheidung für sich selbst, das eigene Glück und die eigene innere Stärke!
  • Haben Sie keine Scheu, sich helfen zu lassen! Manches können wir ohne Hilfe von außen nicht allein bewältigen. Sich von anderen helfen zu lassen ist dabei vollkommen okay und nichts, wofür Sie sich schämen müssten.
  • Sehen Sie das Loslassen als selbstbestimmten Schritt, sich von Belastungen zu befreien und auf Ihrem Lebensweg eine neue Richtung einzuschlagen – hin zu mehr Selbstbewusstsein sowie Selbstzufriedenheit.

Bergeron C. et al. “Letting Go” (Implicitly): Priming Mindfulness Mitigates the Effects of a Moderate Social Stressor. Frontiers in psychology, 2016, 7. Jg., S. 872.

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